Xanté Accel-a-Writer II

Steckkarten · Xanté Corporation · 1991
Bestückungsseite der Xanté Accel-a-Writer II Rev. 5
Bestückungsseite der Xanté Accel-a-Writer II Rev. 5
Erscheinungsjahr:1991
Typ:Drucker-Controller / RISC-Beschleunigerkarte
Funktion:
Kompletter Ersatz des originalen LaserWriter-II-Controllers zur Beschleunigung der PostScript-Verarbeitung, Erhöhung der Druckauflösung auf 600 × 600 dpi, Erweiterung des Arbeitsspeichers und Bereitstellung zusätzlicher Schnittstellen für Macintosh-, PC- und Workstation-Betrieb.
Bus:
Proprietäre Controller-Anbindung des Apple LaserWriter II / Canon-SX-Druckwerks
Anschlüsse:
  • AppleTalk / LocalTalk über Mini-DIN-8
  • SCSI über DB-25
  • serielle Schnittstelle über DE-9
  • parallele Centronics-Schnittstelle
  • DIP-Schalter zur Schnittstellen- und Betriebsartenkonfiguration
  • interne Anschlüsse zum LaserWriter-II-Druckwerk
Systemvoraussetzungen:
Apple LaserWriter II mit kompatiblem Canon-SX-Druckwerk. Die Accel-a-Writer-II-Version wurde von Xanté insbesondere für LaserWriter II SC, II NT und II NTX angeboten.
Kompatibel mit:
Apple LaserWriter II SC, LaserWriter II NT, LaserWriter II NTX; weitere LaserWriter-II-Konfigurationen abhängig von Revision und Druckwerk

Beschreibung

Xanté Accel-a-Writer II ist eine Anfang der 1990er Jahre angebotene Hochleistungs-Controllerplatine für Apples LaserWriter-II-Familie. Anders als einfache Speichererweiterungen oder reine Prozessorbeschleuniger ersetzt sie die ursprüngliche Hauptplatine des Druckers vollständig.
Ziel der Karte war es, ältere LaserWriter-II-Druckwerke technisch deutlich aufzuwerten, ohne das robuste mechanische Druckwerk ersetzen zu müssen. Xanté vermarktete solche Controller als Möglichkeit, aus vorhandenen LaserWriter- und LaserJet-Systemen einen erheblich schnelleren und höher auflösenden PostScript-kompatiblen Drucker zu machen.
Als Prozessor wurde ein AMD Am29000-16GC mit 16 MHz eingesetzt.
Die Verwendung eines RISC-Prozessors war für einen Druckercontroller dieser Zeit von erheblicher Bedeutung. Beim Laserdruck muss die Seitenbeschreibung zunächst interpretiert und anschließend in ein vollständiges Rasterbild umgesetzt werden. Besonders PostScript-Dateien mit vielen Schriften, Bézier-Kurven, Rasterbildern oder komplexen Seitenlayouts konnten auf den ursprünglichen LaserWriter-Controllern erhebliche Rechenzeit beanspruchen. Xanté warb deshalb damit, dass die Accel-a-Writer-Controller Text und Grafik abhängig vom Druckjob um ein Mehrfaches schneller aufbereiten konnten.
Drei der vier RAM-Bänke sind mit insgesamt 12MB Arbeitsspeicher bestückt. Der große Speicher war insbesondere für die hochauflösende Rasterung wichtig. Eine vollständige monochrome US-Letter- oder A4-Seite benötigt bei 600 dpi bereits mehrere Megabyte Speicher. Zusätzlich werden Arbeitsspeicher für den Seiteninterpreter, Fonts, Grafiken und weitere interne Daten benötigt.
Ein wesentliches Verkaufsargument des Accel-a-Writer II war die Erhöhung der Ausgabeauflösung auf echte 600 × 600 dpi. Die ursprünglichen Apple-LaserWriter-II-Systeme arbeiteten typischerweise mit 300 dpi. Durch Austausch des Controllers konnte dasselbe Druckwerk mit Xantés Elektronik eine erheblich feinere Rasterung erzeugen. Xanté bewarb zusätzlich eine verbesserte Graustufendarstellung, deren Qualität mit einer wesentlich höheren äquivalenten Rasterauflösung verglichen wurde. Damit richtete sich die Karte besonders an Anwender aus Desktop Publishing, Grafik, Satz und Druckvorstufe.
Der Accel-a-Writer II verwendet damit keinen originalen Adobe-PostScript-ROM-Satz, sondern eine PostScript-kompatible Seitenbeschreibung beziehungsweise Emulation von Phoenix Technologies.
Xanté bewarb die Controller mit Dual Page Processing. Während eine bereits fertig gerasterte Seite vom Druckwerk ausgegeben wird, kann der Controller bereits mit der Berechnung der folgenden Seite beginnen.
An die DB-25-SCSI-Schnittstelle konnte eine externe SCSI-Festplatte angeschlossen werden. Sie diente nicht zum Speichern gewöhnlicher Benutzerdokumente, sondern unter anderem als dauerhafter Speicher für heruntergeladene Fonts und Programme. Gerade im professionellen Desktop Publishing war dies nützlich. Häufig benötigte zusätzliche Schriften mussten dadurch nicht bei jedem Druckauftrag erneut über das relativ langsame Netzwerk an den Drucker übertragen werden.
Xanté bewarb die Accel-a-Writer-Generation mit 35 residenten Fonts.
Die Accel-a-Writer-II-Platine ist ein interessantes Beispiel dafür, dass hochwertige Laserdrucker Anfang der 1990er Jahre ähnlich wie Computer aufgerüstet werden konnten.
Von Apple gab es später den IIf und IIg mit ähnlichen Daten.