Microsoft FORTRAN Compiler 2.1 for Macintosh

Erscheinungsjahr:1985
Typ:Compiler / Entwicklungsumgebung
Entwickler:Absoft Corporation
Publisher:Microsoft Corporation
Medium:3,5"-Disketten
Sprache:Englisch
Betriebssystem:
Macintosh System Software; für die ursprüngliche MFS-Umgebung der frühen Macintosh-Modelle
Systemvoraussetzungen:
Früher Apple Macintosh mit Motorola-68000-Prozessor. Der Compiler konnte bereits auf einem Macintosh mit 128 KB RAM betrieben werden; für umfangreichere Programme und insbesondere die Nutzung des Debuggers war mehr Arbeitsspeicher sinnvoll. Version 2.1 ist nicht mit dem Macintosh Plus beziehungsweise HFS und dem HD20-HFS-Betrieb kompatibel.
Kompatibel mit:
Apple Macintosh 128K, Macintosh 512K und vergleichbare frühe 68000-Macintosh-Systeme mit MFS; nicht für Macintosh Plus/HFS in Version 2.1
Funktion:
FORTRAN-77-Entwicklungssystem mit nativem Compiler, Source-Level-Debugger, Linker, Bibliotheksverwaltung und Zugriff auf Funktionen der Macintosh Toolbox
Beschreibung
Der Microsoft FORTRAN Compiler 2.1 for Macintosh ist ein professionelles FORTRAN-77-Entwicklungssystem für die erste Generation des Apple Macintosh. Die Software erschien 1985 und richtete sich insbesondere an wissenschaftliche, technische und akademische Anwender, die vorhandene FORTRAN-Programme von Großrechnern, Minicomputern und anderen Computersystemen auf den Macintosh übertragen wollten.
Obwohl das Produkt unter dem Namen Microsoft vertrieben wurde, stammt der eigentliche Compiler von Absoft Corporation. Absoft hatte bereits einen FORTRAN-77-Compiler für Motorola-68000-Systeme entwickelt und brachte ihn auf den Macintosh. 1985 lizenzierte Microsoft den Macintosh-Compiler und übernahm Vertrieb und Vermarktung. Die Version 2.1 war die erste breit vermarktete Microsoft-Ausgabe des zuvor von Absoft angebotenen MacFortran-Systems.
FORTRAN war Mitte der 1980er Jahre weiterhin eine der wichtigsten Programmiersprachen für:
Der Macintosh wurde dadurch für Anwender interessant, die ihn nicht nur für Textverarbeitung und Grafik, sondern als wissenschaftlichen Arbeitsplatz verwenden wollten.
Eine der bemerkenswertesten Komponenten des Pakets ist der interaktive Source-Level-Debugger. Er zeigt den FORTRAN-Quelltext in einem eigenen Macintosh-Fenster an. Parallel können Variablen und die Programmausgabe beobachtet werden. Ein Programm lässt sich direkt auf Ebene des FORTRAN-Quellcodes untersuchen. Für die Mitte der 1980er Jahre war dies eine ausgesprochen komfortable Arbeitsweise. Insbesondere Programmierer, die von terminalorientierten FORTRAN-Systemen auf Großrechnern kamen, erhielten damit eine wesentlich visuellere Entwicklungsumgebung. Ein MacTutor-Test bezeichnete damals gerade den Source-Code-Debugger als eine der stärksten Komponenten des gesamten Pakets.
Die Software beschränkt sich nicht auf klassische, textorientierte FORTRAN-Programme. Über eine Schnittstelle zur Macintosh Toolbox können Programme direkt auf Funktionen des Macintosh-Betriebssystems zugreifen. Damit lassen sich aus FORTRAN heraus Macintosh-spezifische Funktionen wie Fensterverwaltung, QuickDraw-Grafik, Mausabfrage, Menüs und einiges mehr verwenden. Dadurch war es möglich, nicht nur klassische numerische Programme auf den Macintosh zu portieren, sondern auch Anwendungen zu entwickeln, die sich stärker in die grafische Macintosh-Umgebung integrierten.
Version 2.1 stammt aus der Zeit vor der allgemeinen Einführung des Hierarchical File System (HFS) auf dem Macintosh und funktioniert noch nicht korrekt mit HFS, dem Apple HD20 unter HFS und auch nicht mit dem damals neuen Macintosh Plus. Absoft hatte die notwendigen Änderungen bereits vorbereitet; Microsoft veröffentlichte die entsprechende Aktualisierung anschließend als Microsoft FORTRAN 2.2.
Die Zusammenarbeit zwischen Absoft und Microsoft ist bemerkenswert. Microsoft entwickelte diesen Macintosh-Compiler nicht selbst, sondern lizenzierte die bereits vorhandene Absoft-Technologie. Absoft entwickelte seine Macintosh-FORTRAN-Systeme anschließend über viele Jahre weiter und blieb bis weit in die moderne Macintosh-Ära hinein ein bedeutender Anbieter professioneller FORTRAN-Compiler.
Obwohl das Produkt unter dem Namen Microsoft vertrieben wurde, stammt der eigentliche Compiler von Absoft Corporation. Absoft hatte bereits einen FORTRAN-77-Compiler für Motorola-68000-Systeme entwickelt und brachte ihn auf den Macintosh. 1985 lizenzierte Microsoft den Macintosh-Compiler und übernahm Vertrieb und Vermarktung. Die Version 2.1 war die erste breit vermarktete Microsoft-Ausgabe des zuvor von Absoft angebotenen MacFortran-Systems.
FORTRAN war Mitte der 1980er Jahre weiterhin eine der wichtigsten Programmiersprachen für:
- numerische Berechnungen
- wissenschaftliche Simulationen
- Ingenieurprogramme
- Statistik
- Physik und Chemie
- mathematische Modellierung
- Verarbeitung großer numerischer Datenmengen
Der Macintosh wurde dadurch für Anwender interessant, die ihn nicht nur für Textverarbeitung und Grafik, sondern als wissenschaftlichen Arbeitsplatz verwenden wollten.
Eine der bemerkenswertesten Komponenten des Pakets ist der interaktive Source-Level-Debugger. Er zeigt den FORTRAN-Quelltext in einem eigenen Macintosh-Fenster an. Parallel können Variablen und die Programmausgabe beobachtet werden. Ein Programm lässt sich direkt auf Ebene des FORTRAN-Quellcodes untersuchen. Für die Mitte der 1980er Jahre war dies eine ausgesprochen komfortable Arbeitsweise. Insbesondere Programmierer, die von terminalorientierten FORTRAN-Systemen auf Großrechnern kamen, erhielten damit eine wesentlich visuellere Entwicklungsumgebung. Ein MacTutor-Test bezeichnete damals gerade den Source-Code-Debugger als eine der stärksten Komponenten des gesamten Pakets.
Die Software beschränkt sich nicht auf klassische, textorientierte FORTRAN-Programme. Über eine Schnittstelle zur Macintosh Toolbox können Programme direkt auf Funktionen des Macintosh-Betriebssystems zugreifen. Damit lassen sich aus FORTRAN heraus Macintosh-spezifische Funktionen wie Fensterverwaltung, QuickDraw-Grafik, Mausabfrage, Menüs und einiges mehr verwenden. Dadurch war es möglich, nicht nur klassische numerische Programme auf den Macintosh zu portieren, sondern auch Anwendungen zu entwickeln, die sich stärker in die grafische Macintosh-Umgebung integrierten.
Version 2.1 stammt aus der Zeit vor der allgemeinen Einführung des Hierarchical File System (HFS) auf dem Macintosh und funktioniert noch nicht korrekt mit HFS, dem Apple HD20 unter HFS und auch nicht mit dem damals neuen Macintosh Plus. Absoft hatte die notwendigen Änderungen bereits vorbereitet; Microsoft veröffentlichte die entsprechende Aktualisierung anschließend als Microsoft FORTRAN 2.2.
Die Zusammenarbeit zwischen Absoft und Microsoft ist bemerkenswert. Microsoft entwickelte diesen Macintosh-Compiler nicht selbst, sondern lizenzierte die bereits vorhandene Absoft-Technologie. Absoft entwickelte seine Macintosh-FORTRAN-Systeme anschließend über viele Jahre weiter und blieb bis weit in die moderne Macintosh-Ära hinein ein bedeutender Anbieter professioneller FORTRAN-Compiler.
Hinweis
Vorliegendes Exemplar: Microsoft FORTRAN Compiler Version 2.1
- 1986 folgte Version 2.2